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Software

Unternehmenssoftware in Österreich unterliegt spezifischen nationalen Normen und steuerrechtlichen Pflichten, die Standardlösungen aus dem Ausland oft nicht ohne Weiteres erfüllen. Jeder Betrieb, der Waren oder Dienstleistungen gegen Barzahlung anbietet und die Schwellenwerte von € 15.000 Jahresumsatz sowie € 7.500 Barumsatz überschreitet, ist nach der Registrierkassensicherheitsverordnung (RKSV) zur Führung einer manipulationssicheren Kasse verpflichtet. Dies erfordert eine zertifizierte Signatur- oder Siegelerstellungseinheit, ein lückenloses Datenerfassungsprotokoll (DEP7) und die Ausgabe von Belegen mit maschinenlesbarem QR-Code.

Im gewerblichen und handwerklichen Sektor dominieren standardisierte Datenschnittstellen: Im Bau- und Baunebengewerbe sind die Normen ÖNORM A 2063 und B 2063 für den elektronischen Austausch von Ausschreibungstexten, Leistungsverzeichnissen und Aufmaßblättern unverzichtbar. Wer öffentliche Ausschreibungen bedient oder als Subunternehmer für Generalunternehmer arbeitet, benötigt Systeme, die diese Formate nativ verarbeiten und Rechnungen konform über das offizielle ebInterface-Format an das Bundesportal übermitteln können.

Für Transport- und Logistikbetriebe kommen dispositionelle Anforderungen hinzu: Die Verwaltung von Frachtbriefen, Lenk- und Ruhezeiten nach EU-Vorgaben, Mautabrechnungen (GO-Maut) und Telematikdaten erfordert spezialisierte Transportmanagementsysteme (TMS). Eine durchdachte Softwarelandschaft integriert diese Module nahtlos in die Finanzbuchhaltung und minimiert manuelle Schnittstellenbrüche.

Vor der Produktauswahl steht die Frage nach der Pflicht: Registrierkassen-, Belegerteilungs- und Aufzeichnungspflichten ergeben sich aus Umsatz, Barumsatzanteil und Branche, nicht aus dem Funktionsumfang eines Systems. Wer zuerst die Pflichten klärt, weiß anschließend, welche Module er wirklich braucht — und erkennt Angebote, die für seinen Betrieb überdimensioniert sind. Der zweite Prüfpunkt ist der Ausstieg: Exportformate, Datenhoheit und Kündigungsfristen entscheiden darüber, ob ein Wechsel später möglich bleibt. Die Systemseiten dieses Bereichs führen Abrechnungsmodell, Mindestlaufzeit und Datenexport deshalb als eigene Felder, nicht als Fließtext im Werbeversprechen des Anbieters.

Aufgeräumter Büroarbeitsplatz mit Monitoren und Business-Software.
Geprüfte Einträge
12
Ratgeber
4
Vergleiche
1
Richtwerte & Kennzahlen
3

Gezielt nach Begriffen oder Themenbereichen suchen

Reihenfolge

Der Weg durch das Thema

  1. 1

    Kasse & RKSV umsetzen

    Manipulationssichere Registrierkassen mit QR-Code und DEP7 rechtssicher betreiben.

  2. 2

    Branchensoftware abstimmen

    ÖNORM A 2063/B 2063 und ebInterface für Handwerk und Bau integrieren.

  3. 3

    Transport & Logistik steuern

    TMS-Systeme für Flotte, Disposition und Mautabrechnung einführen.

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Kennzahlen

Schwellenwerte und Sätze, die hier gelten

Geprüft September 2026
Registrierkassenpflicht ab
€ 15.000

Jahresumsatz je Betrieb

Wirtschaftskammer Österreich ↗

Barumsatz-Schwelle
€ 7.500

zusätzliche Voraussetzung der RKSV

Wirtschaftskammer Österreich ↗

Geringwertige Wirtschaftsgüter
€ 1.000

Sofortabschreibung netto

Bundesministerium für Finanzen ↗

Cloud-Signatur zulässig
ja

keine Hardware-Signaturbox nötig

Wirtschaftskammer Österreich ↗

Direkter Vergleich

Datengestützter Vergleich

Geprüfte Optionen im Überblick

Alle Einträge werden anhand von Primärquellen, Kosten und Praxistauglichkeit bewertet.

3 geprüfte Einträge
Zielgruppe
96Score

ready2order Cloud-Kassensystem

Vollständige RKSV-Konformität mit Cloud-Signatur (A-Trust) ohne Hardware-Dongle und mit FinanzOnline-Autosync.

Kosten / Quote: Ab 19 € / Monat | Hardware-Bundles ab ca. 249 €

Beachten: Für komplexe Großgastronomie mit 20+ Stationen oft spezialisiertere Systeme nötig.

Stand 17. Aug. 2026Details →
93Score

helloCash Online-Registrierkasse

Niedrigste Einstiegskosten im österreichischen Markt mit kostenloser Basis-Testversion.

Kosten / Quote: Kostenlose Basis / Premium ab 9,90 € – 19,90 € / Monat

Beachten: Einfachere Lagerverwaltung als bei vollwertigen ERP-Systemen.

Stand 17. Aug. 2026Details →
97Score

BMD NTCS & BMD Com Cloud

De-facto-Standard bei über 80% der österreichischen Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater.

Kosten / Quote: Modulbasiert für KMU ab ca. 59 € / Monat

Beachten: Für kleine Solo-Gründer ohne Personal meist zu komplex in der Ersteinrichtung.

Stand 10. Sep. 2026Details →

Vollständige Datenbasis

Jeder Eintrag hat eine Detailseite mit allen Konditionen, Prüfdatum und Primärquelle.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Woran erkenne ich, ob eine Software für Österreich taugt?

An drei Dingen, die in Verkaufsgesprächen selten von selbst zur Sprache kommen: ob sie einen Export nach BMD oder RZL beherrscht, ob sie die Registrierkassensicherheitsverordnung erfüllt, wenn Sie vor Ort kassieren, und ob sie strukturierte E-Rechnungen erzeugt. Fehlt eines davon, entsteht dauerhaft Handarbeit — oder Sie fallen bei öffentlichen Aufträgen aus.

Cloud oder eigener Server?

Für die meisten Betriebe die Cloud: keine Vorabinvestition, keine Wartung, sofort einsatzbereit. Gegen sie sprechen zwei Fälle — wenn ein Netzausfall den Betrieb stillstehen ließe, und wenn ein Großkunde die Datenhaltung im eigenen Haus vertraglich verlangt. Über einen längeren Zeitraum summieren sich Abogebühren allerdings auf mehr als eine einmalige Lizenz.

Was kostet die Einführung zusätzlich zur Lizenz?

Regelmäßig mehr als die Lizenz selbst. Einrichtung, Datenübernahme aus dem Altsystem und Schulung sind eigene Posten, und die Datenübernahme wird am häufigsten unterschätzt. Lassen Sie sich die Übernahme mit einem Ausschnitt Ihrer echten Daten vorführen, bevor Sie unterschreiben.

Ab wann brauche ich eine Registrierkasse?

Ab € 15.000 Jahresumsatz je Betrieb, wenn davon mehr als € 7.500 bar vereinnahmt werden. Eine Signaturerstellungseinheit in der Cloud ist zulässig — eine Hardware-Signaturbox ist nicht vorgeschrieben.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich kündige?

Das steht im Vertrag, und es steht dort oft ungünstig. Klären Sie vor der Unterschrift, in welchem Format Sie Ihren Datenbestand zurückbekommen und wie lange der Anbieter ihn nach Vertragsende bereithält. Ein Export als PDF ist keine Datenübernahme.

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